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Der 1934 erschienene erste und einzige Marburg-Band der "Bau- und Kunstdenkmäler im Regierungsbezirk Kassel", dem leider nie der angekündigte Textband gefolgt ist, enthält rund 100 private Photos aus dem 19. Jahrhundert. Fas alle stammen aus dem Nachlaß des um Marburg so sehr verdienten Bezirkskonservators Ludwig Bickell, der 1869 zu photographieren begann und am 20. Oktober 1901 starb. Bedauerlicherweise sind nur ganz wenige der ausgezeichneten Bickell-Photos datiert worden.

Von der Marburger Photographie vor Bickell vermitteln die "Bau- und Kunstdenkmäler" kaum einen Eindruck: Sie bringen Tafel 38 ein Photo von Paar (= Abb. 19), Tafel 64 Abb. 1 ein Photo von Hach "um 1860" (= Abb. 6), Tafel 101 Abb. 1 eine angebliche Daguerreotypie, in Wirklichkeit ebenfalls ein Photo von Hach aus dem Jahre 1863 (= Abb. 10), und Tafel 139 eine Aufnahme von Greifelds von angeblich 1860, die aus dem Jahre 1869 stammt (= Abb.22).

Es ist das Verdienst des Marburger Arztes Dr. Kurt Meschede, Marburger Frühphotographien gesammelt und sich erstmals um ihre Datierung bemüht zu haben. Seine Datierungen konnten anhand der Akten des Hessischen Staatsarchivs Marburg zum Teil noch verfeinert werden.

Die hier vorgelegte Publikation verzeichnet 31 Photos, und zwar 4 von Knobloch, 13 von Hach, 6 von Paar, 3 von Nöhring und 5 von Greifelds. 25 Lichtbilder aus den Jahren 1849 bis 1869/70 werden abgebildet. Die Publikation beschränkt sich bewußt auf die Photographie vor Ludwig Bickell. Zeitgenossen Bickells, wie der Marburger Photograph Wilhelm Risse, von dem die Sammlung Meschede 9 Aufnahmen aus den Jahren 1870 bis 1891 enthält, wurden deshalb ausgespart.

Kurt Meschede starb am 1. Juni 1980 in Marburg. Seine Bildersammlung wurde 1981 vom Land Hessen angekauft und liegt heute im Hessischen Staatsarchiv Marburg.

Wilhelm A. Eckhardt